Schützen Sie Ihre Privatsphäre

Schützen Sie Ihre Privatsphäre

»Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächspartners, jeder Ausdruck von Kreativität, Liebe oder Freundschaft aufgezeichnet wird.«

Edward Snowden (ehem. US-Geheimdienstmitarbeiter) zitiert nach ZEIT online vom 8. Juli 2013

Ich nutze selbstverständlich Smartphones und Tablets, arbeite am und mit Computern, recherchiere viel im Netz und schreibe diesen Blog. Ich kann das tun, weil ich mir sicher bin, in Deutschland in einem Rechtsstaat zu leben, in dem Datenschutz, der Schutz der Privatsphäre und der Respekt vor dem Individuum und seiner Unverletzlichkeit noch gilt. In vielen anderen Ländern – selbst in Europa – ist das nicht immer sicher.

Das alles mit allem vernetzt ist, erscheint uns selbstverständlich. Gleichzeitig blenden wir aus, dass alle unsere Daten in ungeheuer großen Datenbanken bei internationalen Konzernen und nicht unserer Kontrolle unterliegenden Behörden in anderen Staaten gesammelt und wohl ewig gespeichert werden. Wir denken nicht darüber nach, ob diese Datenmengen zu unserem Vorteil genutzt oder eines Tages vielleicht nicht unbedingt gegen uns selbst, aber gegen andere verwendet werden könnten.

Das Individuum ist aus der Sicht von »Big Data«, so glaube ich, nicht wirklich relevant – es sei denn vielleicht, Sie sind Staatsfeind Nr. 1. Interessanter ist die Frage, was lesen Sie gerade und Ihre ebenfalls mit dem Internet verbundenen Kontaktpersonen, um Ihnen und allen anderen Ihres Umfeldes die passende Werbung anzubieten. Selbst die Suchergebnisse beim »googeln« sind schon auf Sie persönlich zugeschnitten. Die tatsächliche Vielfalt der Inhalte des Internets sehen Sie so nicht mehr. Und Sie liefern mit jeder Ihrer Suchen im Internet neue Daten über sich und Ihre Interessen. Mehr zur anonymisierten Suche im Internet finden Sie hier…

Facebook lässt sich schon Algorithmen patentieren, die Ihre Kreditwürdigkeit nach den Beteiligten Ihres »Freundeskreise« bei Facebook einstufen können. Noch wissen wir nicht, von welchen – Ihnen unbekannten Datensammlungen und Datenverknüpfungen– Ihr beruflicher Werdegang, Ihre Kreditwürdigkeit oder die besondere Aufmerksamkeit staatlicher Behörden abhängen werden. Aber wir dürfen davon ausgehen, dass daran gearbeitet wird. (Siehe auch »Gescheiterte US-Einreise: „Ich kam mir vor wie eine Schwerverbrecherin“«)

Und wir haben niemals die Kontrolle, was mit unseren Daten wirklich geschieht. Schon die wenigen bekannten großen Hacks auf Sony, Ashley Madison, Adobe, auf den Deutschen Bundestag usw. zeigen, dass wir niemals wissen können, welche Staaten oder sonstigen »Organisationen« (il)legalen Zugriff auf unsere Daten haben. Deshalb ist so wichtig mit seinen eigenen Daten äußerst sparsam und sicher umzugehen.

Wer nicht weiß oder beeinflussen kann, welche Informationen über sein Verhalten gespeichert und vorgehalten werden, passt aus Vorsicht sein Verhalten an. Oder gibt faktisch seine Bürgerrechte nach und nach auf.

»Aus Sorge vor dem Zugriff Dritter zensiert sich die Mehrheit der Deutschen selbst, wenn sie beispielsweise E-Mails verschickt. Eine Studie zeigt: Die Menschen haben das Gefühl, die Kontrolle über ihre persönlichen Daten verloren zu haben.«

Berliner Zeitung, 18.01.2016

Auch wenn Sie glauben, selbst nichts zu verbergen zu haben, die Verwendung von Verschlüsselung schützt auch die Privatsphäre der Menschen, mit denen Sie kommunizieren.

Wir haben selbstverständlich nicht die Einwilligung aller unserer Freunde, Bekannten, Kollegen, Klienten, Patienten, Mandanten, Geschäftspartner, dass wir ihre Kontaktdaten Irgendwelchen Dritten geben können.

Vielen Nutzern z.B. von google Mail – gmail oder WhatsApp scheint das nicht bewusst oder gleichgültig zu sein. Wir können in dieser in jeder Hinsicht vernetzten Welt nicht mehr nur für uns allein entscheiden. Wir müssen die Wirkung auf den anderen immer mit bedenken. Und mit unseren Freunden und Bekannten darüber reden, dass sie unserer Daten ebenfalls nicht unbekümmert weiter geben sollten.

Trotz des Fatalismus, den nicht wenige zu diesem Thema haben, ist es an der Zeit, den Schutz der eigenen digitalen Privatsphäre wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Erst der Schutz Deiner Privatsphäre ermöglicht Dir die freien Entfaltung Deiner Persönlichkeit. Und Deiner Freunde, Bekannten, Kollegen, Klienten, Patienten, Mandanten, Geschäftspartner…

Es gilt zu verhindern, dass Menschen zum »verwalteten, nur abgebildeten, überwachten und subtil gesteuerten Objekt degradiert werden.«

Alfred Büllesbach NJW 1991 „Das neue Bundesdatenschutzgesetz”, 2594

Das ist auch das politische Anliegen meines Blogs: Ein Stück die Souveränität über die eigenen Daten zurück zu gewinnen.

Und andere davon zu überzeugen, dass der Schutz der Privatsphäre von Dir und mir ein grundlegendes Menschenrecht ist.

Bitte beachten Sie, dass Sie für die Sicherheit und Arbeitsfähigkeit Ihrer Computer, Tablets, Smartphones usw. immer selbst verantwortlich sind. Für Inhalt, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen übernehme ich keine Gewähr.

Sorgen Sie also immer selbst für regelmäßige Backups und informieren Sie sich gründlich aus verschiedenen Quellen, bevor Sie Änderungen an Ihrer IT vornehmen.